Besser fotografieren – 5 Tipps auf die Schnelle

Besser fotografieren – Tipp 1: Fotografiere!

Wer viel fotografiert ist kein Anfänger mehr und macht keine Anfängerfehler. Problem gelöst, das Leben kann so einfach sein. Tatsächlich scheint es für sehr viele Menschen üblich, die Kamera erst dann mal wieder aus dem Schrank zu holen, wenn es in den Urlaub geht. Ich erlebe es oft, dass sich an den Hotspots dieser Erde sündhaft teures Equipment einfindet und größtenteils von überforderten Fotografen bedient werden.

Je anspruchsvoller eine Kamera ist, desto mehr Einstell- und Manipulationsmöglichkeiten hat sie. Wenn du ein solches Gerät nur ein paar Mal im Jahr in die Hände nimmst, wirst du kaum wichtige Funktionen lernen und behalten können. Nur wenn du häufig fotografierst, kannst du üben, dir Zeit nehmen und sogar unwichtige Fotos versemmeln. Wenn es dann darauf ankommt, wirst du die besten Fotos deines Lebens machen. Freu dich drauf!

Besser fotografieren

Im Urlaub besser fotografieren

Besser fotografieren – Tipp 2: Schalt die Automatik aus

Es ist ja wahnsinnig aufregend auf den Auslöser zu klicken und sich überraschen zu lassen, was die Wahnsinnskamera wieder angerichtet hat. Oder ist es nicht viel besser als Fotograf kreativ zu sein, eine eigene Bildsprache zu entwickeln und sein Bildwerk zu schaffen?

Die automatischen Modi machen das Fotografieren zwar einfach aber komplett zufällig. Ich finde es erstaunlich, wie viele Menschen die Auswahl der Autofokus-Messpunkte der Kamera überlassen. Die Schärfe im Foto setzt Schwerpunkte, lenkt den Blick und die Aufmerksamkeit des Betrachters und ermöglicht eine akzentuierte Bildsprache. Mach die Fotos selbst und überlass es nicht deiner Kamera.

Besser fotografieren – Tipp 3: Zeige Neues

Fotografien können richtig langweilig, aber auch spannend, anregend, aufregend, aufwühlend oder von mir aus fabelhaft sein. Interessant wird ein Bild immer dann, wenn es überrascht. Wenn es etwas zeigt, dass wir so noch nicht gesehen haben. Langweilig sind zum Beispiel Bilder, die aus der Komfortzone stehend in ca. 1,4 – 1,8 Meter gemacht wurden. Leg dich auf den Fußboden, stell dich auf den Tisch oder richte deine Kamera in ungewöhnlicher Weise aus. Vermeide typische Postkartenmotive, die schon jeder hundertfach gesehen hat. Langweilige Bilder von Geburtstagsfeiern zum Beispiel. Zeig die feixenden Servicekräfte oder Tante Paula, Eierlikör nippend, von oben. Das hat bisher noch niemand gesehen. Ich schwöre!

Besser fotografieren – Tipp 4: Bilde dich weiter

Oft kommt man als Fotograf zu Bildern wie die Jungfrau zum Kind. Manchmal möchte der nette Nachbar gerne schöne Fotos von seinem Hund, der gute Bekannte fragt nach einer Hochzeitsreportage oder Babyfotos sollen erstellt werden. „Du hast doch eine gute Kamera“, heißt es dann oft. Nun ist es eine Binsenweisheit, dass eine gute Kamera automatisch gute Bilder macht. Automatisch schon mal gar nicht, siehe Tipp 2.

Wenn du nicht nur brauchbare Bilder, sondern richtig klasse Fotografien abliefern möchtest, dann informier dich vor dem Shooting über die jeweiligen Besonderheiten und Anforderungen des Motivs und des Shootings. Bei Hochzeitsfotos sind die anders als bei Katzen- oder Hundebilder und ein Babyshooting ist wieder anders. Schau dir Bilder der Fotografen an, die sich in diesem Bereich spezialisiert haben. Lass dich inspirieren und hol dir gute Ideen. Es gibt so viele Videos, Blogs, Bücher usw., die wirklich brauchbare Tipps bereitstellen, die dich richtig gute Fotos machen lassen.

Besser fotografieren - Tierfotografie

Besser fotografieren – Tierfotografie

 

Besser fotografieren – Tipp 5: Nimm dir Zeit

Die Fotografie wird ja gerne als schöne Nebensache gesehen. Und tatsächlich geschieht sie nur zu oft nur so nebenher. Nicht nur neben dem eigentlichen Beruf, sondern neben allem anderen. Im Urlaub wird mal eben nebenbei ein Foto gemacht. Auf dem 80. Geburtstag von Tante Paula wird nebenbei fotografiert und das nette Bild vom Brautpaar wurde auf dem Weg zur Kirche geschossen – nebenbei versteht sich.

Natürlich muss heute nicht mehr so ein Bimborium veranstaltet werden wie noch vor 100 Jahren. Die Kamera ist keine Maschine mehr, sondern liegt gut in der Hand und löst schnell aus. Aber oft fehlt es an Muße und Hingabe, an der Zeit, auf den rechten Augenblick zu warten. Diese Hetze macht nicht nur schlechte Laune, sondern als Fotograf verschenkst du Potential. Du bleibst unter deinem Niveau. Erkläre deine Fotografie zur Hauptsache! Wenn es sich nicht einrichten lässt, richte es ein. Oft fehlt es den Mitmenschen, im Urlaub zum Beispiel der mitreisenden Familie, an Verständnis für die Aufwendungen der Fotografie. Nicht, weil man dir die schönen Bilder nicht gönnen möchte, sondern weil du (mal wieder?) dachtest, allen anderen müsse klar sein, was du brauchst und wie du es gerne hättest. Mach dich auf und gehe los. Alleine, nur du und deine Kamera. Niemand, der auf dich wartet oder die Augen verdreht, wenn du wieder mal durch den Sucher blickst. Tauche ein in die Umgebung, beobachte sie und atme sie durch das Objektiv deiner Kamera ein. Nimm dir Zeit, viel Zeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.