Ein Scharfmacher: Autofokus

In diesem Blogpost stelle ich den Autofokus anhand der Nikon D610 vor. Die Autofokus-Einstellungen sind bei vielen digitalen Spiegelreflexkameras ähnlich.

Digitale Spiegelreflexkameras bieten mittlerweile einen Funktionsumfang, dass einem schwindelig werden kann. Fühlt man sich nicht manchmal zu müde, all den Details, Einstellmöglichkeiten und Features hinterher zu hecheln? Hin und wieder lehnt sich mein Inneres entspannt zurück und flüstert: „Du musst nicht alles wissen Junge.“ Recht hat es! Zudem schenkt mir diese partielle Ahnungslosigkeit auch nach Jahren echte Erfolgs- und Glücksmomente. Dann, wenn ich irgendwann, oft zufällig hinter irgendein Geheimnis der Kamera blicke. Dann bekommt sie plötzlich etwas Neues, Aufregendes.

Autofokus

Die Einstellungen zum Autofokus sollten nicht zu den Dingen gehören, die erst nach Jahren experimentellen Fotografierens entdeckt werden. Die Wahl des Autofokus und der Messfeldsteuerung ist quasi so etwas wie die Wahl des Schuhwerks an einem Urlaubstag: Starte ich zu einer Bergwanderung oder schlendere ich mit Flip-Flops zum Strand. Natürlich sind bereits Zeitgenossen mit Flip-Flops im Hochgebirge gesichtet worden … Professionell ist anders 😉

Der geeignete Autofokus-Modus entscheidet darüber, wie präzise, wie schnell oder ggf. ob überhaupt fokussiert wird. Wenn im entscheidenen Moment der Autofokus hilflos hin und her rattert, sind Momente verloren, bevor eine Aufnahme gemacht werden konnte.

Der Autofokus besteht aus dem Autofokus-Modus und der Messfeldsteuerung. Die Einstellungen werden mit Drücken der Autofokus-Taste am Umschalter AF/Manuell aufgerufen.

Blogartikel Autofokus 0

Durch gleichzeitiges Drücken der AF/M-Taste und Drehen des hinteren Einstellrades können die Autofokus-Modi gewählt werden. Es stehen drei Modi zu Verfügung:

  • AF-S (autofocus single)
    Dieser Autofokus eignet sich für Motive, die sich nicht oder nur sehr wenig bewegen. In der Anwendung kann er zum Beispiel für die Produktfotografie, für Stillleben oder auch Portraits verwendet werden.
  • AF-C (autofocus continuous)
    Der kontinuierliche Autofokus eignet sich für Motive, die sich (auf die Kamera zu oder von ihr weg) bewegen. Dieser Autofokus eignet sich sehr gut für die Sportfotografie, die tobenden Kinder oder den ausgelassenen Vierbeiner.
  • AF-A (autofocus automatic)
    In diesem Modus entscheidet die Kamera selbst, welcher Modus (AF-S / AF-C) gewählt wird. Ich stehe der Automatik immer sehr skeptisch gegenüber. Knips-Lotto, schließlich muss ich die Bildergebnisse so nehmen wie sie kommen.

Blogartikel Autofokus 1


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Messfeldsteuerung

Die Messfeldsteuerung legt fest, welche Fokusmessfelder zur Scharfstellung verwendet werden. Sie ist auch über den Autofokus-Umschalter AF/M aufrufbar. Zur Einstellung muss nun aber das vordere Einstellrad gedreht werden.

Je nach Kameramodell steht eine unterschiedliche Anzahl von Messfeldern in individuellen Anordnungen zur Verfügung. Die D610 verfügt über 39 Autofokus-Messfelder. Folgende Messfeldsteuerungen sind verfügbar:

  • Automatische Messfeldsteuerung
    Die Kamera erkennt automatisch das Motiv und wählt das Fokusmessfeld aus.
  • Einzelfeldsteuerung
    Die Kamera stellt nur auf das Motiv im ausgewählten Fokusmessfeld scharf. Diese Steuerung eignet sich für statische Motive. Das gewünschte Messfeld kann über die 4-Wege-Wippe gewählt werden.
  • Dynamische Messfeldsteuerung mit 9 Messfeldern (für AF-C und AF-A)
    Geeignet für Motive, deren Bewegung vorhersehbar ist (zum Beispiel Läufer oder Rennwagen auf einer Spur).
  • Dynamische Messfeldsteuerung mit 21 Messfeldern (für AF-C und AF-A)
    Geeignet für Motive, die sich unvorhersehbar bewegen (zum Beispiel Fußballspieler)
  • Dynamische Messfeldsteuerung mit 39 Messfeldern (für AF-C und AF-A)
    Geeignet für Motive, die sich schnell bewegen und nicht so leicht im Sucher erfasst werden können (zum Beispiel Vögel).
  • 3D-Tracking
    Geeignet, um schnell Bildausschnitt für Motive zu wählen, die sich schnell von einer Seite zur anderen bewegen (zum Beispiel Tennisspieler).

Blogartikel Autofokus 3

 Auslöse- oder Schärfepriorität

Die Kamera ermöglicht eine Gewichtung, ob ein Foto bei jedem Drücken des Auslösers aufgenommen wird (Auslösepriorität) oder nur wenn die Kamera fokussiert hat (Schärfepriorität). Manchmal kann es vorkommen, dass die Kamera einfach nicht auslösen will. Dann kann es daran liegen, dass der Fokus das Motiv nicht richtig scharf gestellt hat. Gerade bei dynamischen Motiven, bei denen es wirklich um den Moment geht, würde ich die Auslösepriorität bevorzugen.

Diese Prioritäten ruft du mit dem Menü/Individualfunktionen/Autofokus … auf

Blogartikel Autofokus 4

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