Manuelle Belichtung mit der digitalen Spiegelreflexkamera

Spring

Digitale Spiegelreflexkameras bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Belichtungsautomatiken an. Ist es da überhaupt nötig, Fotos manuell zu belichten? Und, was bedeutet manuelles Belichten überhaupt?

Gute Gründe für das manuelle Belichten (Video Teil 1)

Die Vorteile der manuellen Belichtungssteuerung ergeben sich aus den Nachteilen der automatischen Belichtung.

Die manuelle Belichtung ist übersichtlich und einfach

Diese These mag sich zunächst verwirrend anhören. Schließlich sollen die Automatiken das Fotografieren einfacher machen und selbst dem ungeübten Fotografen brauchbare Ergebnisse liefern. Doch mittlerweile gibt es derart viele automatische oder halbautomatische Belichtungsprogramme, dass es schwierig ist, das passende für den jeweiligen Anwendungsfall auszuwählen. Häufig lassen sich zudem Aufnahmesituationen nicht 1:1 auf ein Programm übertragen. Wollte man hier fundiert vorgehen, müsste man sich intensiv mit sämtlichen Belichtungssteuerungen beschäftigen und die zugrunde gelegten Einstellungen studieren.
Das manuelle Belichten ist lediglich das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert. Die passenden Werte für diese Parameter liefert die Erfahrung des Fotografen, wobei die Kamera wertvolle Hilfestellung leisten kann.

Bildergebnisse sind planbar und reproduzierbar

Belichtungsautomatiken versuchen stets, das Beste zu geben, indem sie unter- und überbelichtete Bildteile ausgleichen. Diese Abstimmungen führen allerdings dazu, dass nicht eindeutig vorhersehbar ist, wie die Automatik auf die gegebenen Bedingungen reagieren und wie das Bild später aussehen wird.
Da sich die Automatik immer wieder neu auf Bedingungen einstellt, ist es kaum möglich zwei gleich belichtete Bilder mit etwas verändertem Bildausschnitt zu machen. Die Bildergebnisse sind also nicht reproduzierbar.

Vergleich Automatik High Key

AUTOMATIK: Unterschiedliche ISO-Werte führen zu jeweils anderen Belichtungen

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MANUELL: Gleiche Belichtung – obwohl Bildausschnitt anders.

Kreativität entfalten

Die Belichtung ist wohl das herausragende Stilmittel des Fotografen. Harmonie, Dramatik, Frische, Aufregung, Ausgeglichenheit … diese und noch viele weitere Stimmungen können mit der Belichtung ausgedrückt werden. Automatische Belichtungsprogramme schränken diese Möglichkeiten deutlich ein.

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Links manuell – rechts automatisch belichtet.

Video-Tutorial zum Thema

In meinem YouTube-Kanal befinden sich übrigens eine ganze Menge weiterer interessanter Videos zum Thema Fotografie.

Fotografieren im Modus M – Einstellungen an der Kamera (Video Teil 2)

Zum manuellen Belichten wird das Einstellrad an der Kamera auf den Modus M gestellt. Im manuellen Belichtungsmodus hat der Fotograf vollen Zugriff auf alle Parameter, die zur Belichtung eines Bildes benötigt werden. Hauptsächlich ist das

  • die Blendenzahl
  • die Verschlusszeit (Belichtungszeit)
  • der ISO-Wert (Lichtempfindlichkeit)

Einfluss der Einstellungen/Parameter auf die Belichtung

Blendenzahl, Verschlusszeit und ISO-Wert regeln die Belichtung des Bildes und jede Veränderung dieser Werte bewirkt eine Änderung der Helligkeit.

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Verschiedene Blenden, Verschlusszeiten und ISO-Werte führen zu unterschiedlichen Helligkeiten

Eine offene Blende (niedrige Blendenzahl) führt dazu, dass mehr Licht auf den Bildsensor fälltund das Bild heller wird. Je weiter die Blende geschlossen wird (hohe Blendenzahl), desto dunkler wird das Bild.

Eine lange Verschlusszeit sorgt für eine längere Belichtungsdauer und damit für ein helleres Bild. Umgekehrt wird ein Bild dunkler, je kürzer die Verschlusszeit ist.

Der ISO-Wert regelt die Lichtempfindlichkeit. Je höher der ISO-Wert, desto heller das Bild.

Gleichwertigkeit der Einstellungen

Die Abstufungen der Werte an der Kamera sind nicht zufällig, sondern aufeinander abgestimmt. So kann eine Blendenstufe mit einer Stufe Verschlusszeit oder ISO-Wert ausgeglichen werden.

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Links: Blende f 4, 1/125, ISO 1600 Rechts: Blende f 8, 1/80 Sek., ISO 4000

Video-Tutorial zum Thema

In meinem YouTube-Kanal befinden sich übrigens eine ganze Menge weiterer interessanter Videos zum Thema Fotografie.

 

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