New York City (Mindset)

Mit dem Rollstuhl in New York

New York. Ich habe bisher nichts vergleichbares gesehen, gespürt, erlebt. Eine Stadt mit der Dynamik eines Ameisenhaufens jedoch weit entfernt von Gleichheit, Tristesse oder Routine. Sirenen von Polizei oder Feuerwehr dringen nachts hinauf bis in den 39 Stock. Eine Kirmes, die ich spätestens ab dem zweiten Tag vermisst hätte.

Mit dem Rollstuhl bist du Teil dieser Kirmes und stehst nicht irgendwie als Betrachter abseits. Wenn du also wissen willst, wie sich Barrierefreiheit anfühlt, mach dich auf und bereise die USA. Mir kommt da der bescheuerte Praktika-Slogan „Geht nicht, gib’s nicht!“ in den Sinn. Rollst du auf eine verschlossene Tür zu, wird sie dir von wildfremden Menschen geöffnet, du findest Rampen und Lifte an Stellen, wo du sie niemals vermutest hättest und ständig hörst du „sorry“, weil jemand glaubt, er versperre dir den Weg. Mein Gott, was für ein geiles mindset!

Eines morgens, als sich meine Frau mit ihrem „Ich-brauche-noch-eine-Übergangsjacke-Blick“ in den Abercrombie-Laden auf der 5th-Avenue verabschiedete, verschlug es mich zum Apple-Store schräg gegenüber. Als Fotograf darf man sich in New York sicher die ein oder andere Sehenswürdigkeit entgehen lassen, niemals aber den B&H Superstore auf der 9th Avenue und den Apple-Store auf der 5th Avenue. Nun rollte ich also auf den Eingang des weltberühmten Glaskastens zu, als mich ein Apple-Jünger mit den Worten „Would you like to come in?“ begrüßte. Er erklärte mir, dass irgendein Elevator down sei, ich mit dem Rollstuhl einen anderen Weg nehmen müsse und gleich jemand kommen würde.

Nach kurzer Zeit kam dann jemand, stellte sich freundlich vor und sagte, er gehe dann mal vor. Wir gingen über den Platz am Apple-Gebäude, warteten an einer Fußgängerampel, überquerten eine belebte Avenue, erreichten das General Motors Gebäude, passierten die Sicherheitsschleuse dort, durchquerten die Lobby bis zum Aufzug hinten links, warteten bis der Aufzug endlich da war, fuhren gefühlte 20 Stockwerke hinunter, stiegen in einem Katakomben-Keller aus, gingen den ganzen Weg unterirdisch wieder zurück, warteten vor einem Aufzug, der uns wieder ans Tageslicht befördern sollte, fuhren gefühlte 20 Stockwerke wieder hoch und …täräää … landeten im Apple-Store. Juchu! Mit einem „Call me when you’re ready“, verabschiedete sich mein Guide fürs erste und übergab mich an hunderte irgendwelcher iDevices.

Wir hatten uns auf unserem Weg nett unterhalten und ich habe nicht einmal auch nur ansatzweise Unlust oder Missmut gespürt. Kein „Muss das sein?“, „Ist heute gerade schlecht!“ oder „Da kann man nichts machen.“ Im Gegenteil, er begleitete mich motiviert, freundlich und zugewandt. HOLY SHIT – GREAT!

 

Mit dem Rollstuhl in New York

Mit dem Rollstuhl in New York

Mit dem Rollstuhl in New York

Mit dem Rollstuhl in New York

Mit dem Rollstuhl in New York

Flugreisen mit dem Rollstuhl? Ich habe einen Blogpost über meine Erfahrungen geschrieben. Hallo Welt! Flugreisen per Rollstuhl


Der Fotograf Christof Luckas für Mainz, Rheinhessen, Deutschland und die Welt
Familienfotograf, Hochzeitsfotograf, Porträtfotograf – wenn es mir Spaß macht auch Werbefotograf in Mainz, Rheinhessen und Deutschland. In jedem Fall Geschichtenerzähler und Menschenfreund.
Anfragen gerne über das Kontaktformular. Ich freue mich auf Dich.

2 Kommentare:

  1. Hej!
    Eine sehr schöne Serie.
    Wenn Zeit bleibt steht New York auch auf meiner „must visit“ Liste.
    Dein Beitrag hat new York definitiv in der Reihung vorrücken lassen.
    Cheers, Mika

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